Die Geschichte der Mühlberger Gilde 3

Seit dem Jahre 1826 hatte der Chef der Gilde den Dienstgrad eines “Kapitän” (Hauptmann). Dies geht aus einem Protokollbuch hervor. Nach dem Protokollbuch war der erste Chef mit diesem Rang Kapitän Trebsdorf.

Aus dem Jahr 1830 wird folgendes über die Schützengilde berichtet: Da die Schützengilde der stärkste und aller Wahrscheinlichkeit nach älteste Verein der Stadt war, dem die angesehenen Bürger angehörten, so war es selbstverständlich, dass er an allen großen Festen teilnahm. Er konnte sich daher auch nicht von der am 20. Juni 1830 stattfindenden 3. Säkulärfeier der Übergabe des Augsburger Bekenntnisses ausschließen. Im Protokollbuch  der Gilde steht über diese Feier: …Nach beendigter Predigt wurde mit Trompeten und Pauken “Herr Gott, dich loben wir” gesungen, wobei die Schützengilde, sich auf dem Kirchhof aufgestellt hatte, während des Gesanges 3 Salven gegeben hat. Die Schützengilde zog dann in aller Stille bis vor Herr Hauptmann Sommer Haus und trat ab. In demselben Jahr berichtet die Chronik über ein Hochwasser. “Auch sogar unser Schützenhaus stand förmlich in Wasser und Eis, wo auch keine Hilfe und Rettung zu schaffen war. Die Höhe des Wassers stand in dem Schützenhausflur oder Paterre noch über zwei Dresdener Ellen. Die Höhe des Wassers hat über 4 Tage gestanden.”

Das Jahre 1836 brachte der Gilde wieder eine große Ehrung. Sie hatte sich an König Friedrich Wilhelm den III., mit der Bitte gewendet, ihr eine Fahne zu verleihen. Dieses Gesuch wurde erhört und am 27.Januar wurde die neue, blauseidene mit dem Mühlberger Stadtwappen versehen Fahne feierlich eingeweiht.

Die Zahl der Mitglieder wuchs von Jahr zu Jahr. Am 8.April 1844 richteten deshalb mehrere Bürger an die Deputation (Ausschuss) der Schützengilde ein Gesuch, eine Jägerkompanie zu bilden. Da sich zu dieser sofort 20 mann meldeten, kam die Gründung zustande. Die Ganze Schützengilde organisierte sich jetzt militärisch, indem 3 Kompanien aufgestellt wurden. Alle 3 Kompanien legten sich von jetzt ab Uniformen nach dem Schnitt der preußischen Militär-Waffenröcke zu. Grenadiere und Schützen mit blauen Waffenröcken, Helm mit Federstutz; die Jäger mit grüne Waffenröcken und als Kopfbedeckung ein Käppi.

Die Neuordnung der Schützengilde: Sie besteht aus 1 Bataillon mit 3 Kompanien: 1. Kompanie= Grenadiere; 2. Kompanie= Schützen; 3. Kompanie=Jäger.

Im April des Jahres 1854 wurde für den Chef der Gilde der Rang eines “Major” eingeführt. Als erster wurde Kapitän Lange zum Major ernannt.

bller57Im Jahre 1857 wurde ein Böller aus dem Eisenwerk Gröditz angekauft, welcher zum Königsschießen benutzt werden sollte. Er trug die Inschrift “Schützengilde Mühlberg 1857”. Beim alljährlichen Auszug wurde der neue Schützenkönig durch 3 Böllerschüsse geehrt.

Der Böller befindet sich im Museum der Stadt Mühlberg. Er hat ein Kaliber von 50 mm.

Die Jägerkompanie  war die einzige Kompanie in der Mühlberger Schützengilde, welche keine Fahne besaß. Um diesen Übelstand abzuhelfen, wandte sie sich im Jahre 1871 mit der Bitte an den Magistrat der Stadt Mühlberg, ihr die Bürgerfahne von 1848 zu verleihen, was auch geschah.

Im Jahre  1873 wurde das Königshonorar von 18 Taler auf 25 Taler erhöht. Hierzu muss noch bemerkt werden, dass der Mühlberger Schützenkönig keinen Königsorden von der Gilde erhielt. Den Königsorden musste der jeweilige Schützenkönig selbst anfertigen lassen, dieser ging dann im nächsten Jahr in den Besitz der Gilde über. Das Königshonorar sollte zum Teil für die Anfertigung des Ordens dienen. Im laufe der Jahre hatte sich da ein “Silberschatz” angehäuft, der bei den Schützenfesten ausgestellt wurde. Die wenigen noch erhaltenen Königsorden werden im Mühlberger Museum aufbewahrt und ausgestellt.

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3 Kommentare

  1. Danke, lieber Tom für die schnelle Portierung der wichtigsten Sachen !
    Hans-Jürgen Döring, Schatzmeister/OSL

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